(YK). Am Samstagmorgen um 8.33 Uhr alarmierte die Leitstelle Hersfeld-Rotenburg über Meldeempfänger ca. 150 überwiegend ehrenamtlichen Helfer*innen von Feuerwehr, Rettungsdienst und dem THW mit dem Einsatzstichwort „Waldbrand“ und beendete damit jäh den Schlaf oder ein gerade begonnenes Frühstück. Zeitgleich klingelten die Telefone bei zwei Offizieren vom Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, dem diensthabenden Polizei Hauptkommissar von der Polizeidirektion Bad Hersfeld und Mitarbeitern des Hessen Forst. Alarmiert wurde zu einer Waldbrandübung im Waldgebiet zwischen Lengers und Philippsthal.

Gegen 8.30 Uhr meldete ein K+S Mitarbeiter bei einer Haldenkontrolle der Kali Halde Philippsthal/Hattorf eine Rauchentwicklung in einem Waldgebiet nördlich von Philippsthal. Fast zum gleichen Zeitpunkt meldete ein PKW-Fahrer, der die Kreisstraße von Hönebach in Richtung Wölfershausen befuhr eine Rauchentwicklung auf dem Höhenzug der Ortschaften Wölfershausen und Lengers. Von zwei Seiten suchten die alarmierten Einsatzkräfte, die unter Realbedingungen die Einsatzstelle anfuhren, nach dem Feuer und wurden nach ca. 15 Minuten fündig. Auf einer Fläche von ca. einem Hektar brannten der Wald, Gestrüpp und Buschwerk an dem mit ca. 360 Höhenmetern höchsten Punkt des Waldes. Über mehrere Kilometer mussten zwei Wasserstrecken zur Einsatzstelle aufgebaut werden. Mit mehreren Rohren gingen die Einsatzkräfte unter Atemschutz gegen das „Feuer“ vor. Das hatte auch für die Flora des Waldes einen positiven Nebeneffekt. Auf dem Waldstück wurden von Hessen Forst erst zum Frühlingsbeginn viele Douglasien gepflanzt, die durch das Löschwasser der Übung nach längerer Trockenheit lebensnotwendiges Wasser erhalten haben. Unter großer Kraftanstrengung kämpften die Einsatzkräfte gegen das Feuer an und für vier Teilnehmer endete die Übung mit einem Einsatz für den Rettungsdienst, der an der Einsatzstelle bereitgestellt war. Bei den Sanitätern handelte es sich um auszubildende DRK Rettungsassistenten und einem Notarzt, die an der Übung teilnahmen. Ein „Komparse“ spielte seine Rolle als Verletzter mit einem Herzinfarkt jedoch so gut, dass er für einen kurzen Moment die Einsatzkräfte täuschen konnte, so Björn Wettlaufer vom DRK in Bad Hersfeld.
Bei der Übung wurden alle nur denkbaren Szenarien bedacht. Oberstleutnant Penzer und Stabsoffizier Franke vom Kreisverbindungskommando der Bundeswehr nahmen an der Übung teil, um mögliche Anforderungen von schwerem Gerät für die Schaffung von Schneisen während der Löscharbeiten zu ermöglichen. Das Forstamt war mit mehreren Mitarbeitern anwesend, um alleine schon aufgrund der hervorragenden Ortskenntnisse im Wald unterstützend zur Verfügung zu stehen. Auch konnte Revierförsterin Iris Beisheim von Hessen Forst über mögliche Wasser Entnahmestellen und besonders gefährdete Gebiete im Wald Auskunft geben.
Fachlich war die Waldbrandübung ein voller Erfolg, der nicht zuletzt auf die gute Zusammenarbeit der unterschiedlichsten Formate zurückzuführen ist. Nur wenn im Falle eines großen Schadensereignisses alle Dienststellen ineinander übergreifen ist die Gewährleistung für ausreichenden Bürgerschutz gegeben. Feuerwehr, THW, Rettungsdienst, Bundeswehr und Hessen Forst haben mit dieser Übung gezeigt, dass man nicht täglich zusammen üben muss. Aber wenn jeder seine Arbeit richtig erfüllt, nur noch Berührungspunkte notwendig sind, um miteinander gemeinsam zu funktionieren.
In der Abschlussbesprechung bedankte sich KBI Markus Kaufunger für die gute Zusammenarbeit und das gute Gelingen der Übung. Was aus der Übung an Erkenntnissen gewonnen wurde, wird zu einem späteren Zeitpunkt umgesetzt. Kaufunger dankte besonders den Fachdienstmitarbeitern der Leitstelle David Ehmer (GBI Ronshausen), Jörg Göbel (Wehrführer FF Bebra Nord) und Florian Apel (Leitstelle), die die gesamte Übung in tagelanger Arbeit durchgeplant haben. Ein weiterer Dank ging an die Mitarbeiter*innen von Hessen Forst. Forstamtsleiter Oliver Scholz schenkte allen Teilnehmern eine Schachtel Streichhölzer, die symbolisch eine Brücke zwischen Wald und Feuer(wehr) schlagen soll, die niemals miteinander in Berührung kommen soll und darf. Für die Teilnahme als Beobachter dankte Kaufunger Mario Missler, der stellvertretend für das Regierungspräsidium der Übung beiwohnte. Ein besonderer Dank ging an den ersten Kreisbeigeordneten Dirk Noll, der allen Teilnehmern der Übung die Grüße von Landrat Thorsten Warnecke, der leider wegen eines anderen Termins nicht zur Übung kommen konnte, übermittelte.
Gegen 12.30 Uhr war der offizielle Teil der Übung beendet und die Übungsteilnehmer fachsimpelten noch bei belegten Brötchen und Kaltgetränken, bevor die Einsatzkräfte wieder in ihre Gerätehäuser nach Rotenburg, Bad Hersfeld, Heringen, Philippsthal, Friedewald, Hohenroda, Schenklengsfeld und Wildeck fuhren.



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